09.06.2017 14:42
Alleinerziehend und ein Vollzeitjob

Ester Milker Profilbild

Alleinerziehend und ein Vollzeitjob?

Das geht doch gar nicht! Oder doch?


Esther Milker, Disponentin im Bereich Zeitarbeit, verrät uns, wie es klappt, einen Vollzeitjob zu haben und gleichzeitig Ihre Kinder im Alter von 8 und 3 Jahren aufzuziehen. 

 I: Wie alt waren deine Kinder jeweils, als du wieder angefangen hast zu arbeiten?

Esther: Die Ältere war ein Jahr alt, als ich meinen Job wieder aufnahm. Die Jüngere war genauso alt, als ich  angefangen habe bei Busche Personalmanagement zu arbeiten.

I: Jetzt ist deine ältere Tochter ja in der Grundschule. Welche Angebote bietet diese für die Betreuung während deiner Arbeitszeit?

Esther: „OGS“, also offene Ganztagsschule. Das bedeutet, dass meine Tochter ab 7:00 Uhr morgens dort betreut werden kann. Somit habe ich dann genug Zeit, pünktlich bei der Arbeit zu sein. Nach der Schule wird die Betreuung bis 16:00 Uhr angeboten, wo Hausaufgaben gemacht werden können und gespielt wird.

I: Deine jüngere Tochter ist drei Jahre alt und geht in den Kindergarten. Welche Möglichkeiten hast du dort?

Esther: Der Kindergarten bietet grundsätzlich eine Betreuung von 7:00 Uhr bis 16:30 Uhr an. Man hat aber zusätzlich die Möglichkeit, nach Absprache das Kind schon um 6:30 Uhr hinzubringen und nachmittags um 17:00 Uhr abzuholen. Diese Zeiten müssen dann nur extra angemeldet und auch bezahlt werden.



I: Da deine Arbeitszeit bis 17:00 Uhr geht, musst du ja noch weitere Betreuungsangebote in Anspruch nehmen. Welche sind das?

Esther: Das Konzept nennt sich Randstundenbetreuung. Eine Tagesmutter holt meine Kinder von Schule, bzw. Kindergarten ab, unternimmt etwas mit ihnen und betreut sie. Sobald ich dann Feierabend habe, hole ich sie dort ab. Es ist auch kein Problem, die Kinder mal mit zur Arbeit zu nehmen, sollte es Probleme bei der Betreuung geben. Busche ist da sehr familienfreundlich.

I: Das ist ja eine gute Möglichkeit und du weißt deine Kinder dort in sicheren Händen! Wie wird diese zusätzliche Betreuung eigentlich finanziert? Musst du allein dafür aufkommen?

Esther: Nein, allein muss ich nicht dafür aufkommen. Das hat auch etwas damit zu tun, wie viel man verdient. Am durchschnittlichen Jahres-Brutto wird berechnet, wie viel man zuzahlen muss. Der Rest wird vom Jugendamt finanziert.

I: Super, dass es solche Möglichkeiten gibt, die auch finanziell unterstütz werden. Kommen deine Kinder denn damit gut zurecht, dass sie sich auf verschiedene Personen einstellen müssen? Welche Vorteile siehst du vielleicht auch dabei?

Esther: Das funktioniert klasse. Sie sind es ja auch von Anfang an gewohnt. Beide Kinder sind sehr umgänglich und gegenüber Personen, die sie noch nicht kennen, höflich und respektvoll. Ich sehe das Ganze als Vorbereitung aufs Erwachsensein. Auch später werden sie immer wieder in Situationen kommen, in denen sie sich schnell auf neue Dinge einstellen müssen und auf neue Personen treffen und so lernen sie schon früh und spielerisch, wie man damit umgeht.

I: Und wie sieht es eigentlich mit privaten Terminen aus, die du ohne die Kinder wahrnehmen musst? Hast du Verwandte oder Freunde, die dich unterstützen?

Esther: Beides! Die Oma passt sehr gerne auf ihre Enkel auf und beide haben tolle Paten, die auch gerne mal was mit ihnen machen.

I: Abschließend noch eine Frage: Welche Tipps hast du für andere alleinerziehende Eltern?

Esther: Von Anfang an mit der Erziehung beginnen und das Kind, erst recht in der ersten Zeit, an so vieles wie möglich gewöhnen. Und die Kinder so behandeln, wie man selbst von anderen Menschen behandelt werden möchte.